Gedanken zu meiner Zeit in Alaska

Wenn ich genug von Computern habe, suche ich mir eine NGO aus und gehe für ein paar Monate als Freiwilliger für sie arbeiten. Je weiter weg von der Zivilisation, desto besser. Arbeiten, volontieren, wiederholen. Es hat mich bei Verstand gehalten, mich wachsen lassen und mir ermöglicht, ein wenig zurückzugeben. Für mich ganz nah an der Idee einer perfekten Karriere.
Ich war an einigen Orten, aber nichts übertrifft die Zeit, die ich in Alaska verbracht habe. Um das Gefühl zu beschreiben, ist es vielleicht am besten, über eines meiner liebsten Bilder zu sprechen, die ich je aufgenommen habe. Es zeigt eine Gruppe von Buckelwalen, die in Südost-Alaska Blasennetzjagd betreiben; aufgenommen im Sommer 2018 auf einer Expedition, als wir sechs Tage lang nicht zur Basis zurückkehrten – wir sechs auf einem winzigen Boot für drei Personen. So endet man dann mit einem Zelt auf einem Boot. :)
Camping auf einem Boot in Alaska. Foto von Robert Szucs.
Natürlich arbeite ich in diesen Monaten auch am Computer und erstelle Karten für die NGO, für die ich arbeite, aber die Büros können sehr anders sein als das, was wir alle gewohnt sind. Zum Beispiel das auf einer unbewohnten Insel, wo vier Plastikkisten für Ausrüstung mein Tisch und die fünfte mein Stuhl waren. Das beste Büro, das ich je hatte, mit regelmäßigem Besuch von Walen und Robben in der Meerenge vor mir und einem wunderbaren gemäßigten Regenwald direkt dahinter. Nach Feierabend war es Zeit, die Wildnis zu erkunden und dann zurück zum Zelt in besagtem Wald zu gehen.
Robert Szucs arbeitet an einer provisorischen Arbeitsstation auf einer unbewohnten Insel in Alaska.
Während meiner Zeit in Alaska (bis jetzt zwei Sommer) habe ich an mehreren Projekten gearbeitet, darunter Karten zur Walverbreitung, hydroakustische Sonardaten über Krill und deren Vergleich mit gleichzeitig erhobenen Sichtungs- und Verhaltensdaten von Walen, Bathymetriekarten und andere – und dabei zugleich meinen Traum gelebt und so getan, als wäre ich Meeresbiologe: Boote fahren, Foto-IDs machen oder mit Hydrofonen Walgeräusche aufzeichnen.
Es ist definitiv der Ort und die Art von Arbeit, zu der ich so oft wie möglich zurückkehren möchte.

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