Karten als Gesprächseinstieg
Seit ich angefangen habe, künstlerische Karten zu gestalten, habe ich Dutzende Nachrichten von Menschen bekommen, die mir erzählt haben, wie meine Karten sie an die Wälder und Berge erinnert haben, in denen sie als Kinder mit ihren Familien wandern waren, oder an den kleinen Bach neben ihrem Garten, den Fluss, an den ihr Vater sie früher zum Angeln mitgenommen hat, oder einfach daran, wie sie diese Karten nutzen, um ihr nächstes Abenteuer zu planen. Es scheint, dass Karten die emotionale Verbindung der Menschen zur Natur stärken können, sodass wir sie mehr schätzen und besser auf sie achten.

Zumindest bewirkt die Waldbedeckungskarte Europas bei mir zum Beispiel genau das. Sie ist wahrscheinlich meine Lieblings-Waldkarte überhaupt. Ich kann sie ehrlich gesagt stundenlang anstarren und entdecke dabei immer wieder etwas Neues oder genieße einfach nur die Schönheit der Natur.
Ich glaube, diese Karten können auch fast wie ein Spiegel wirken. Wenn sie an unseren Wänden hängen, halten wir doch inne und denken über die kleinen Entscheidungen nach, etwa ob ich wirklich dieses Wasser in einer Plastikflasche kaufen muss, ob ich diese Rechnung wirklich ausdrucken muss, ob ich dieses Produkt wirklich bestellen muss, wenn es aus China verschickt wird?

Auch als perfekter Gesprächsanstoß über Naturschutz können sie dienen; ich durfte miterleben, wie Menschen über Aufforstungsprojekte in England gesprochen haben, nachdem sie meine Waldkarte des Landes gesehen hatten. An diesem Tag habe ich außerdem viel über Geschichte und Schiffbau gelernt. Dasselbe gilt für Flüsse. Schon ein Blick auf die Flussgebietskarte der USA macht der halben Nation sofort klar, dass alles, was sie in einen Fluss oder Bach werfen oder an Industrieabfällen hineinleiten, eine lange Reise antritt, unterwegs ihre Freunde in New Orleans und am Golf von Mexiko besucht und dabei Ökosysteme verschmutzt.
Wenn Sie mich fragen, dann ist das die Kraft, die Karten haben können.
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